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| Technologie | Was sie festlegt | Architektur | Gerätemodell und Diagnose | Sicherheit | Reichweite und Geschwindigkeit | Passt am besten zu | Im Vergleich zu IO-Link |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| IO-Link | Vollständiges System: physikalische Schnittstelle, Protokoll und Gerätemodell (IEC 61131-9) | Punkt-zu-Punkt, ein Gerät je Master-Port, Stern vom Master aus. Der Master verbindet weiter zu einem Feldbus, einer SPS oder, bei vielen aktuellen Mastern, direkt zur IT über MQTT, REST oder OPC UA | Standardisierte Gerätebeschreibung (IODD); Parameter, Identifikation und Ereignisse über dieselbe Verbindung1 | Keine Authentifizierung und keine Verschlüsselung auf der Sensorstrecke; die Spezifikation verortet Sicherheit am Master und in der Installation2 | 20 m; 4,8, 38,4 oder 230,4 kbit/s1 | Intelligente Sensoren an Maschinen mit SPS-Master | Referenzpunkt. Die erste IP-Adresse sitzt am Master |
| Single Pair EthernetIEEE-802.3-Single-Pair-PHYs: 10BASE-T1L, 100BASE-T1 und weitere. Ethernet-APL baut auf 10BASE-T1L auf. Multidrop-Varianten wie 10BASE-T1S sind hier nicht betrachtet | Nur Übertragungsschicht (IEEE 802.3). Protokoll, Gerätemodell und Sicherheit kommen von dem, was das Gerät darauf betreibt. Hier betrachtet in der Nutzung innerhalb einer IP-nativen Architektur | Ethernet-Übertragungsschicht über ein Adernpaar; der Sensor oder das Sensor-Interface wird zu einem adressierbaren Knoten in einem geswitchten IP-Netzwerk | Abhängig von Gerät und Anwendungsprotokoll. IP-native Umsetzungen stellen Parameter und Diagnosen über MQTT, REST oder HTTPS bereit | Standard-IP-Sicherheit greift im Gerät: TLS für den Transport, X.509-Gerätezertifikate für eine Identität je Gerät, ausgerichtet an den Komponentenanforderungen der IEC 62443-4-214 | 10BASE-T1L: 10 Mbit/s, bis 1000 m, Speisung über das Adernpaar (PoDL / SPoE) ist möglich3. 100BASE-T1: 100 Mbit/s. IEEE 802.3bw spezifiziert ein Link-Segment von 15 m4, industrielle Kanalspezifikationen erreichen 40 m13, und Strecken über 100 m funktionieren mit industriellem Single-Pair-Kabel in der Praxis. Netze werden durch Reihenschaltung oder Standard-Medienkonvertierung erweitert | Sensordaten, die auch IT-Systeme erreichen müssen. Brownfield-Nachrüstung: Ethernet erreicht vorhandene Maschinen ohne neue Steuerungsarchitektur, und die Interface-Elektronik ist klein und robust genug (IP65/67), um im Sensor oder direkt davor zu sitzen. Viele Geräte, die jeweils eine eigene Identität brauchen | Erweitert Ethernet und IP bis zum Feldgerät. In einer IP-nativen Architektur erreichen Sensordaten IT-Systeme ohne IO-Link-Master und ohne Protokoll-Gateway. Die erste IP-Adresse sitzt am Feldgerät. Der SPS-Steuerungspfad kann parallel bestehen bleiben |
| AS-InterfaceASi-3 / ASi-5 | Vollständiges System: Kabel, Protokoll und Profile (IEC 62026-2) | Bus auf einer flachen Zweidrahtleitung, Daten und Energie gemeinsam | Profilbasiert; ASi-5 ergänzt erweiterte Diagnose und Parameterdaten | Keine auf dem Bus | Etwa 100 m je Segment; längere Strecken mit Repeatern und herstellerspezifischen Busabschlüssen, typischerweise bis einige hundert Meter, begrenzt auf zwei Repeater in Reihe5 | Viele einfache I/O-Punkte entlang von Förderern und Verpackungslinien | Günstigere verteilte Verdrahtung, weniger Intelligenz auf Sensorebene |
| PROFINET | Anwendungsprotokoll und Profile über Standard-Ethernet | Industrial Ethernet, Sensoren sitzen typischerweise hinter Remote-I/O oder einem IO-Link-Master-Modul6 | GSDML-Gerätebeschreibung; standardisierte Diagnose und Alarme | PROFINET Security Class 1 definiert (an IEC 62443 ausgerichtet), umgesetzt auf Controller- und Geräteebene; höhere Klassen angekündigt, noch nicht veröffentlicht15 | Standard-Ethernet-Reichweite | Anlagen, die auf Siemens-Steuerungsplattformen standardisiert sind | Mehr Infrastruktur. Sensoren sitzen weiterhin hinter einer I/O-Ebene |
| EtherNet/IP | Anwendungsprotokoll (CIP) über Standard-Ethernet und TCP/IP | Industrial Ethernet (CIP über Standard-Ethernet und TCP/IP), Sensoren sitzen typischerweise hinter Remote-I/O oder einem IO-Link-Master-Modul7 | EDS-Gerätebeschreibung; CIP-Objektmodell | CIP Security: TLS und DTLS, als optionale Security-Profile geliefert, also geräteabhängig16 | Standard-Ethernet-Reichweite | Anlagen, die auf Rockwell-Steuerungsplattformen standardisiert sind | Mehr Infrastruktur. Sensoren sitzen weiterhin hinter einer I/O-Ebene |
| EtherCAT | Protokoll mit eigener Frame-Verarbeitung über die Ethernet-Übertragungsschicht | Industrial Ethernet, Linie oder Reihenschaltung mit Frame-Verarbeitung im Durchlauf8 | ESI-Gerätebeschreibung; CoE-Objektverzeichnis | Keine auf dem Segment; Segmente gelten als geschützte Zone | 100 m zwischen Knoten; harte Echtzeit8 | Motion Control, schnelle Maschinen | Harter Echtzeit-Determinismus über typische Sensoranforderungen hinaus |
| CC-Link IE Field Basic | Anwendungsprotokoll über Standard-Ethernet | Industrial Ethernet, reine Softwareimplementierung auf Standard-Ethernet mit 100 Mbit/s9 | Zyklische I/O-Daten; profilbasiert, begrenzte Diagnose | Keine im Protokoll | Standard-Ethernet-Reichweite | Kleinanlagen in CC-Link-Werken, vor allem in Asien | Niedrigere Einstiegskosten als die Hardware-Varianten von CC-Link IE. Sensoren sitzen weiterhin hinter einer I/O-Ebene |
| Modbus TCP | Anwendungsprotokoll über TCP/IP | Ethernet, Client/Server, Registermodell | Nur Registerbelegung; kein standardisiertes Gerätemodell, herstellerspezifisch | Keine im Basisprotokoll. MODBUS/TCP Security ergänzt TLS und X.509-Zertifikate, wird aber selten eingesetzt17 | Standard-Ethernet-Reichweite | Messgeräte, Zähler und Controller, die bereits am Ethernet hängen | Flexibel und günstig. Kein standardisiertes Gerätemodell |
| Modbus RTU | Anwendungsprotokoll über RS-485 | RS-485 seriell im Multidrop, Registermodell | Nur Registerbelegung; kein standardisiertes Gerätemodell, herstellerspezifisch | Keine | Bis 1000 m Stammleitung bei 9600 Baud10 | Messgeräte, Zähler, langsame Prozesswerte | Flexibel und günstig. Kein standardisiertes Gerätemodell |
| CANopen | Anwendungsschicht und Geräteprofile über CAN | CAN-Bus, Multi-Master | Objektverzeichnis und standardisierte Geräteprofile (CiA 4xx) | Keine im Basisprotokoll | 1000 m bei 50 kbit/s; 25 m bei 1 Mbit/s11 | Mobile Arbeitsmaschinen, eingebettete Systeme | Ausgereift und netzwerkorientiert. Nicht sensornativ |
| Funkinkl. IO-Link Wireless | Funk-Übertragungsschicht; IO-Link Wireless ergänzt das IO-Link-Protokoll | Funk | Technologieabhängig; IO-Link Wireless behält das IO-Link-Datenmodell12 | Technologieabhängig | Standortabhängig | Rotierende oder schwer verkabelbare Ausrüstung | Nimmt das Kabel weg, bringt Funk- und Energieplanung mit |
| Digitale / analoge I/O | Nur Signal, kein Protokoll | Punkt-zu-Punkt, 24 V oder 4-20 mA | Keine im analogen Signal selbst. HART ergänzt Parameter und Diagnose auf einer 4-20-mA-Schleife, vor allem in der Prozessmesstechnik18 | Nicht zutreffend | Lang | Einfache Schalter und Prozesswerte | Niedrigste Kosten. Keine Diagnose, keine Fernkonfiguration |
Die Spalten „Passt am besten zu“ und „Im Vergleich zu IO-Link“ sind redaktionelle Einschätzung, keine belegten Angaben.
Quellen
- IO-Link Community, IO-Link Interface and System Specification V1.1.4, Juni 2024; IO-Link Design Guideline, 2018, Abschnitt 2.5.
- IO-Link Community, Secure Deployment Guideline 10.502 V1.0.0, Juni 2025.
- Ethernet Alliance, 10 Mb/s Single Pair Ethernet at a Glance, 2020; IEEE 802.3cg-2019.
- IEEE 802.3bw-2015 (100BASE-T1).
- Bihl+Wiedemann, ASi lines longer than 100 m; AS-International Association, Technology.
- PROFIBUS & PROFINET International, PROFINET.
- ODVA, CIP on Ethernet Technology, PUB00138R8.
- EtherCAT Technology Group, EtherCAT Technology Introduction.
- CC-Link Partner Association, CC-Link IE Field Network Basic.
- Modbus Organization, Modbus over Serial Line Specification and Implementation Guide V1.02, Abschnitt 3.4.3.
- CAN in Automation, CANopen lower layers (Bit-Timing-Tabelle, CiA 301).
- IO-Link Community, IO-Link Wireless.
- SPE Industrial Partner Network, Single Pair Ethernet for Industrial Applications, ANP085, 2021.
- IEC, IEC 62443-4-2:2019, Security for industrial automation and control systems – Part 4-2: Technical security requirements for IACS components.
- PROFIBUS & PROFINET International, PROFINET Design Guideline Security (7.362 V1.00, Nov. 2025) und PROFINET Security Class 1 Guideline (7.312 V1.1).
- ODVA, CIP Security.
- Modbus Organization, MODBUS/TCP Security Protocol Specification V3.6, Juli 2021.
- FieldComm Group, HART.
Der Unterschied liegt nicht am Sensor, nicht an der SPS und zunehmend auch nicht am Protokoll: MQTT am Master ist verbreitet. Er liegt daran, wo die erste IP-Adresse sitzt, und damit Identität, Adressierung und Sicherheit.
Häufige Fragen zu IO-Link und Single Pair Ethernet
Das kann es sein, je nachdem, was darauf aufgebaut wird. SPE ist eine Übertragungsschicht, die einem Feldgerät eine Ethernet-Verbindung über ein einziges Adernpaar gibt. In einer IP-nativen Architektur liefert das Gerät über diese Verbindung seine Daten unter eigener Netzwerkidentität direkt an IT-Systeme, ohne IO-Link-Master. Wo Sensordaten nur der Maschinensteuerung dienen, bleibt IO-Link eine starke Wahl.
Ja. IO-Link bedient typischerweise den Steuerungspfad: Sensor zu Master zu SPS. IP-natives SPE bedient den Informationspfad: Sensor zu Netzwerk zu IT. Viele Anlagen behalten IO-Link an Maschinen, wo die SPS die Daten braucht, und ergänzen SPE dort, wo Analyse-, Monitoring- oder Unternehmenssysteme sie brauchen.
IO-Link ist ein vollständiges Kommunikationssystem für Sensoren: eine physikalische Schnittstelle, ein Protokoll und ein Gerätebeschreibungsmodell, standardisiert als IEC 61131-9. 10BASE-T1L ist eine Ethernet-Übertragungsschicht, standardisiert in IEEE 802.3cg. Sie legt fest, wie Ethernet über ein einzelnes Adernpaar mit 10 Mbit/s bis 1000 m läuft, und überlässt das Anwendungsprotokoll dem Gerät.
Nein. MQTT, REST und HTTPS sind Anwendungsprotokolle. SPE überträgt Ethernet-Frames, also kann jedes IP-basierte Protokoll darüber laufen. IP-native Geräte wie periNODE nutzen MQTT und REST, um Sensordaten direkt an IT-Systeme zu veröffentlichen.
In einer IP-nativen Architektur nicht. Der Sensor oder das Sensor-Interface ist ein adressierbares Netzwerkgerät, und IT-Systeme lesen über Standardprotokolle direkt davon. Eine SPS kann dasselbe Gerät weiterhin lesen oder ihren eigenen Steuerungspfad parallel betreiben.
Nein. Die Secure Deployment Guideline der IO-Link Community (10.502, Juni 2025) stellt fest, dass IO-Link auf der Sensorstrecke keine Geräteauthentifizierung, keine Benutzerautorisierung und keine Datenverschlüsselung bietet, und über eine CRC hinaus keinen Integritätsschutz. Empfohlen werden physische Zutrittskontrolle und Zonierung nach IEC 62443. IO-Link Safety, 2025 zertifiziert, ist funktionale Sicherheit und hat mit Cybersecurity nichts zu tun. Sicherheit für IO-Link-Daten beginnt daher am Master oder im Netzwerk darüber; in einer IP-nativen SPE-Architektur kann sie am Gerät beginnen.
IO-Link-Leitungen sind zwischen Sensor und Master auf 20 m begrenzt. Die Reichweite von SPE hängt von der Übertragungsschicht ab: 10BASE-T1L ist bis 1000 m spezifiziert, 100BASE-T1 nach IEEE 802.3bw auf 15 m je Link-Segment, wobei industrielle Kanalspezifikationen 40 m erreichen und Strecken über 100 m mit industriellem Single-Pair-Kabel in der Praxis funktionieren. Reichweite ist dabei selten das entscheidende Kriterium. Weil SPE Ethernet ist, wird ein Netz so erweitert wie jedes andere Ethernet-Netz: durch Verketten von Geräten, einen zusätzlichen Switch oder einen Medienkonverter beziehungsweise Tunnel für eine lange Strecke. Bandbreite und Gerätezahl je Segment wiegen bei der Wahl zwischen den beiden PHYs schwerer.
Ja. Ein Sensoradapter wie periNODE wandelt das vorhandene 4-20-mA-, 0-10-V-, digitale oder Modbus-Signal in ein IP-natives SPE-Gerät. Der Sensor bleibt, wo er ist.